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Nikotinsucht

 Dampfer-Lexikon
 Kategorie N
 22.05.2019

Nikotinsucht – was ist das?

Nikotinsucht meint die Abhängigkeit von Nikotin in Verbindung mit Tabakrauch. Nikotin alleine hat wenig Sucht- oder Abhängigkeitspotential.

 Beschreibung

Bei der sogenannten Nikotinensucht ist zu unterscheiden zwischen zwei Arten von Abhängigkeit:

  • physische Sucht/Abhängigkeit
  • psychische Sucht/Abhängigkeit

Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass Nikotin alleine (also pures Nikotin) wenig Sucht- bzw. Abhängigkeitspotential hat. In enger Verbindung mit dem Tabakrauch von Tabakzigaretten hat Nikotin: das Suchtpotential zwischen Alkohol und Kokain(11).

In diesem Zusammenhang hat auch Prof. Dr. Fagerström, nach dem der sogenannte Fagerström-Test benannt ist, in einem Artikel aus 2010 bekannt gegeben, den Test mit dem Namen

Fagerströmtest für Nicotinabhängigkeit 

umzuändern in

Fagerströmtest für Zigarettenabhängigkeit

Prof. Dr. Fagerström schrieb dazu, dass Nicotin wahrscheinlich nicht als einzige Substanz an der Tabaksucht beteiligt ist, obwohl es die wichtigste Komponente sei. In Anbetracht der neueren Forschungsergebnisse über den Zigarettenrauch schien es an der Zeit, den Test umzubenennen.(1)

Der Fagerström-Test besteht aus sechs Fragen, die Antworten lassen eine Kategorisierung der Zigarettenabhängigkeit zu. Zwischen folgenden Abhängigkeitsstufen wird unterschieden:

  • geringe Abhängigkeit (0 bis 2 Punkte)
  • mittlere Abhängigkeit (3 bis 5 Punkte)
  • starke Abhängigkeit (6 bis 7 Punkte)
  • sehr starke Abhängigkeit (8 bis 10 Punkte)

Wirkung und Abhängigkeitspotenzial

von Tabakrauch in enger Verbindung mit Nikotin

Tabakrauch, in enger Verbindung mit Nikotin und anderen Stoffen stellt in seiner Wirkung eine rasch süchtig machende Substanz dar.(2)
Durch die Verbindungen die beim verbrennen bzw. glimmen entstehen, besitzt Tabakrauch mit Nikotin stimulierende Wirkungen wie Kokain oder Amphetamin. Die Substanz stößt im Gehirn die gesamte Breite der Neuromodulatoren an.(3)

Neuromodulatoren sind chemische Substanzen, welche die Arbeitsweise des Nervensystems beeinflussen.

Durch Nikotin werden möglicherweise zeitweilig Hirnfunktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen sogar verbessert. Wird jedoch Nikotin in Verbindung mit Tabakrauch analysiert, kommen Untersuchungen zu dem Schluss, dass Gedächtnisleistungen durch Tabakmissbrauch nachlassen.(4)

Studien über menschlichen Drogenkonsum zeigen auf, dass pures Nicotin nur wenig Suchtpotenzial hat. In Verbindung mit dem Rauch von Tabakzigaretten jedoch ein sehr hohes Suchtpotenzial aufweist. Auch Tierstudien zeigen dies auf.(5, 6, 7)

Nikotin ist mitverantwortlich für die Abhängigkeit von Tabakerzeugnissen und hat in Verbindung mit anderen Stoffen im Tabakrauch ein hohes Abhängigkeitspotenzial und kann sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen.(8 , 9, 10)

Ein veröffentlichten Papier von D. Nutt et al., aus dem Jahr 2007, zeigt auf, dass das Abhängigkeitspotenzial von Tabakrauch zwischen Alkohol und Kokain einzuordnen ist.(11)

Genauer definiert, liegt

  • das physische Abhängigkeitspotential bei dem von Alkohol
  • das psychische Abhängigkeitspotenzial bei dem von Kokain

Quellen:

  1. Determinants of Tobacco Use and Renaming the FTND to the Fagerström Test for Cigarette Dependence, oxfordjournals.org
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Tabakabh%C3%A4ngigkeit#Wirkung_von_Tabakrauch
  3. Lutz Schmidt auf der 2. Nikotin-Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Nikotinforschung in Erfurt.
  4. Tom Heffernan und weitere: Self-rated everyday and prospective memory abilities of cigarette smokers and non-smokers: a web-based study. In: Drug and Alcohol Dependence. 3. Auflage. Band 78, 1. Juni 2005, S. 235 ff.
  5. James D. Belluzzi et al.: Acetaldehyde Enhances Acquisition of Nicotine Self-Administration in Adolescent Rats. 
  6. J. E. Rose, W. A. Corrigall: Nicotine self-administration in animals and humans: similarities and differences. In: Psychopharmacology, Band 130, Nummer 1, März 1997, S. 28–40, ISSN 0033-3158PMID 9089846. (Review).
  7. SCENIHRFragen zu Tabakzusatzstoffen – Ist die Entwicklung von Nicotinsucht dosisabhängig? (2010), 
  8. Determinants of Tobacco Use and Renaming the FTND to the Fagerström Test for Cigarette Dependence
  9. James D. Belluzzi et al.: Monoamine Oxidase Inhibitors Allow Locomotor and Rewarding Responses to Nicotine. (14. Dezember 2005)
  10. How Tobacco Smoke Causes Disease: The Biology and Behavioral Basis for Smoking-Attributable Disease: A Report of the Surgeon General, Nicotine Addiction: Past and Present.(2010)
  11. Development of a rational scale to assess the harm of drugs of potential misuse. 24. März 2007.

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Hinweis: Folgende Artikel können Gesundheitsthemen behandeln. Diese dienen nicht der Selbstdiagnose und ersetzen keine Arztdiagnosen.